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Das Problem mit Sicherheitsschulungen
Natürlich sprechen wir hier nicht über Ihre Schulungen. Und auch nicht über meine. Gemeint sind immer die anderen – deren Sicherheitstrainings offensichtlich niemand wirklich mag.
Denn offenbar haben weltweit schon sehr viele Menschen schlechte Erfahrungen mit Sicherheitsschulungen gemacht. Anders lässt sich kaum erklären, warum so viele Menschen versuchen, sich vor einer Arbeitssicherheit Schulung zu drücken, sobald sich die Gelegenheit ergibt.
Dabei ist das eigentlich paradox. Schließlich möchte niemand verletzt werden. Es ist ja nicht so, als würde man Menschen zu Klavierunterricht zwingen, obwohl sie keine Musik mögen, oder Mechaniker zu Ballettstunden schicken, obwohl sie kein Tutu tragen wollen. Jeder möchte nach der Arbeit gesund nach Hause kommen. Warum also diese Ablehnung?
Warum Menschen Sicherheitstrainings ablehnen
Vielleicht liegt das Problem gar nicht am Thema Sicherheit selbst. Häufig geht es vielmehr darum, dass viele Menschen das Gefühl haben, nichts Neues mehr zu lernen.
Stellen Sie sich vor, Sie würden erst Golfunterricht bekommen, nachdem Sie bereits 85 bis 90 Prozent aller Golfrunden gespielt hätten, die Sie jemals spielen werden.
Vergleichen Sie das einmal mit der Situation, in der Sie den Unterricht erhalten, bevor der Großteil Ihrer Spiele überhaupt stattgefunden hat. Verständlicherweise wäre die Motivation bei Menschen deutlich höher, die noch viele Jahre und Erfahrungen vor sich haben.
Und genau das passiert häufig bei Sicherheitsschulungen.
Überlegen Sie einmal, wie alt Sie wahrscheinlich waren, als Sie bereits den Großteil aller Verletzungen erlebt hatten, die Sie im Laufe Ihres Lebens erleiden würden.
Kleine Kinder zwischen zwei und acht Jahren verletzen sich ständig – mit sichtbaren Schürfwunden, blauen Flecken oder kleineren Schnitten oft 15 bis 25 Mal pro Woche.
Lernen durch Schmerzen und Erfahrung
Irgendwann lernen wir natürlich dazu. Schmerz ist ein sehr effektiver Lehrmeister. Mit der Zeit passieren uns Fehler wie Augen nicht bei der Sache, Kopf nicht bei der Sache, das Geraten in die Gefahrenzone oder der Verlust des Gleichgewichts deutlich seltener.
Aber erst, nachdem wir tausende kleinere Verletzungen erlebt haben.

Die Exposition gegenüber gefährlicher Energie steigt mit dem Alter
Obwohl wir unsere Fähigkeiten im Laufe des Lebens erheblich verbessern, steigt gleichzeitig auch die Menge an gefährlicher Energie, mit der wir umgehen.
Zuerst lernen wir Fahrradfahren, später kommen Boote, Motorräder oder Schneemobile hinzu und irgendwann – meistens mit 16 oder 17 Jahren – fahren wir Auto.
Wenn man betrachtet, wie stark die Exposition gegenüber gefährlicher Energie im Laufe des Lebens zunimmt, wird deutlich, warum gerade junge Menschen besonders gefährdet sind.
Kombiniert man diese Entwicklung mit den typischen Verletzungsmustern, zeigt sich ein auffälliger Zeitraum zwischen etwa 15 und 25 Jahren. Genau in dieser Phase erleben viele Menschen den Großteil ihrer schweren Verletzungen.
Und wann erhalten die meisten Menschen ihre erste ernsthafte Arbeitssicherheit Schulung? Häufig erst danach.
Kein Wunder also, dass viele Sicherheitstrainings nur begrenzte Begeisterung auslösen.
Wie Sicherheitsschulungen relevanter werden
Trotzdem gibt es Möglichkeiten, das zu verändern. Unternehmen können Sicherheitstrainings deutlich relevanter gestalten und Menschen stärker dafür interessieren.
Denn heute stehen weit mehr Möglichkeiten zur Verfügung als früher, insbesondere im Bereich der persönlichen Unfallprävention und der Techniken zur Reduzierung kritischer Fehler.

Dieser Ansatz unterscheidet sich deutlich von klassischen verhaltensorientierten Sicherheitsschulungen. Im Mittelpunkt stehen nicht ausschließlich Tätigkeiten oder einzelne Gefährdungen, sondern menschliche Faktoren und Zustände, die kritische Fehler wahrscheinlicher machen.
Dazu gehören beispielsweise Hektik, Frustration, Müdigkeit und Selbstüberschätzung. Diese Zustände führen häufig dazu, dass Menschen mit den Augen oder Gedanken nicht mehr bei der Aufgabe sind, in die Gefahrenzone geraten oder das Gleichgewicht verlieren.
Das sogenannte Modell von Zuständen, die Fehler begünstigen, ist an einem Großteil aller schweren akuten Verletzungen beteiligt – sowohl bei der Arbeit als auch außerhalb davon.
Techniken zur Reduzierung kritischer Fehler vermitteln
Menschen für diese Muster zu sensibilisieren, ist nur ein Teil der Lösung. Ebenso wichtig ist es, ihnen konkrete Techniken zur Reduzierung kritischer Fehler zu vermitteln.

SafeStart arbeitet dabei mit vier zentralen Techniken, die Menschen helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und sicherer zu reagieren, bevor ein kritischer Fehler entsteht.
Die Vermittlung dieser Fähigkeiten hat bereits mehr als eine Million Menschen in zahlreichen Ländern dabei unterstützt, Arbeitsunfälle deutlich zu reduzieren.
Und genau hier stellt sich eine interessante Frage: Wie viel wirksamer wäre Sicherheitstraining, wenn Menschen diese Fähigkeiten bereits vor ihrer risikoreichsten Lebensphase erlernen würden?
Mitarbeitende stärker für Sicherheit gewinnen
Unternehmen könnten Sicherheitsbewusstsein zusätzlich stärken, indem sie Mitarbeitende dabei unterstützen, diese Konzepte auch an ihre Kinder weiterzugeben.
Denn wenn Menschen lernen, anderen zu erklären, wie man Risiken erkennt und sicher handelt, verändert sich häufig auch ihr eigenes Verhalten. Sicherheit wird persönlicher, greifbarer und relevanter.
Anstatt lediglich „Pass auf“ zu sagen, entsteht ein echtes Verständnis dafür, warum Menschen Fehler machen und wie sich Risiken frühzeitig erkennen lassen.
Das schafft eine klassische Win-win-Situation: Menschen beschäftigen sich intensiver mit Sicherheit, entwickeln nachhaltigere Sicherheitsgewohnheiten und behalten diese Aufmerksamkeit auch während der Arbeit bei.
So wird Arbeitssicherheit nicht nur zu einer Pflichtveranstaltung, sondern zu einem Thema, das langfristig im Alltag verankert bleibt.
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Sicherer Start
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Warum Arbeitssicherheit Schulungen oft unbeliebt sind
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