Was Arbeitsunfälle auslöst: Die tatsächliche Unfallursache bei der Arbeit

Was steckt tatsächlich hinter Arbeitsunfällen? Dieser Beitrag konzentriert sich auf die eigentliche, häufig unterschätzte Unfallursache. Sobald diese aber klar ist, eröffnen sich neue Möglichkeiten. So erreicht Ihr Unternehmen das nächste Level in punkto Sicherheit!

Was Arbeitsunfälle auslöst: Die tatsächliche Unfallursache bei der Arbeit

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Im Rahmen der Arbeitssicherheit werden gefährliche Arbeitsbedingungen so gut wie möglich eingedämmt. Dennoch passieren weiterhin Unfälle und Verletzungen bei der Arbeit (und außerhalb). Doch welche Ursache steckt tatsächlich hinter Arbeitsunfällen? Der folgende Beitrag legt seinen Schwerpunkt auf die wirkliche, häufig unterschätzte Unfallursache. Wenn sie jedoch einmal an die Oberfläche gelangt ist, eröffnen sich vollkommen neue Möglichkeiten – und das Sicherheitsniveau in Ihrem Unternehmen wird weiter verbessert.

Wie Arbeitsunfälle entstehen: Die Quellen unerwarteter Ereignisse

Im zweiten Paradigmenwechsel in der Arbeitssicherheit ging es um die Frage: „Quellen unerwarteter Ereignisse – Entscheidung oder Fehler?“ Das allererste Ereignis steht also im Vordergrund, sozusagen „das erste Glied der Kettenreaktion“. Wer oder was hat – bewusst oder unbewusst – den Unfall ursprünglich ausgelöst? Wir können davon ausgehen, dass die verletzte Person nicht „mit Absicht“ geplant hat, einen Arbeitsunfall zu haben. Folgerichtig bedeutet dies, dass etwas Unerwartetes passiert sein muss. Durch dieses unerwartete Ereignis veränderte sich die Arbeitssituation und das Gefahrenpotenzial steigt.

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Kurz zusammengefasst lassen sich die Unfallursachen beziehungsweise Auslöser für unerwartete Ereignisse in drei Kategorien zusammenfassen:

Fehlfunktion oder technische Störung

Erfahrungsgemäß wird diese Ursache für Arbeitsunfälle gern überschätzt. Diese Frage stellen wir häufig im Rahmen unserer Schulungen und Workshops. Das Ergebnis: Die wenigsten Menschen wurden jemals durch eine Fehlfunktion oder eine technische Störung verletzt, also durch eine Maschine oder ein Werkzeug.

Eine andere Person

Eine Verletzung, die durch eine unerwartete Aktion durch eine andere Person entstanden ist, passiert ebenfalls recht selten. Bei dieser Frage antworten maximal zehn Prozent der Teilnehmer, dass sie schon einmal auf diese Weise verletzt wurden. In den meisten Fällen überschritt diese Zahl jedoch nicht einmal die Fünf-Prozent-Marke.

Man selbst

Als letzter Auslöser bleibt nun noch man selbst. Die meisten Teilnehmer denken zunächst, dass etwa 60 bis maximal 80 Prozent ihrer Verletzungen von ihnen selbst ausgelöst wurden. Doch auch hier sprechen wir aus jahrzehntelanger Erfahrung: zwischen 95 und 99 Prozent aller Verletzungen sind auf unsere eigenen unbeabsichtigten Fehler zurückzuführen.

Die häufigste Unfallursache wird weitläufig unterschätzt

Für viele unserer Teilnehmer ist es eine überraschende Erkenntnis, dass ihre eigenen (unbeabsichtigten) Fehler für (fast) alle ihrer Verletzungen verantwortlich sind. Im Kontext der Arbeitssicherheit – und Sicherheit allgemein – ist diese Erkenntnis von essenzieller Bedeutung. Denn sie rüttelt auf und bringt die Personen dazu, ihre eigenen Verhaltensweisen und Aktionen in einem neuen Licht zu sehen. Auf diese Weise stellt sich ein tieferes Verständnis für Sicherheit ein. Es findet sozusagen eine Erkenntnis auf der persönlichen Ebene statt – die Grundvoraussetzung für ein Umdenken.

Was wir aus menschlichem Fehlverhalten lernen können

Der Umgang mit dem Thema Sicherheit ist einerseits wichtiger Bestandteil der Unternehmenskultur. Andererseits trägt jeder Einzelne zu dieser Sicherheitskultur bei. Deshalb besteht die Voraussetzung für einen positiven Wandel im Unternehmen darin, dass jeder Mitarbeiter erkennt, wie stark ihn dieses Thema persönlich angeht. In diesem Zusammenhang spielt also das individuelle Bewusstsein für Sicherheit und die Wahrnehmung des eigenen Zustands eine entscheidende Rolle.

Weitere Informationen zum Faktor Mensch

Der menschliche Einfluss auf das Entstehen von Arbeitsunfällen lässt sich nur schwer kontrollieren. SafeStart widmet sich dieser Wechselwirkung ganz gezielt und schult das Sicherheitsbewusstsein Ihrer Mitarbeiter. Weitere Informationen zu unserem Ansatz finden Sie unter Über Uns.

Lesen Sie gern auch unseren kostenfreien Artikel „Der Faktor Mensch: Wie kann sicheres Verhalten zur Regel werden?“:

(Coverbild: © SafeStart International)

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