Was Statistiken über Verletzungen verraten

Was sagen Verletzungsstatistiken wirklich über Verletzungen aus? Wir werfen einen kritischen Blick auf einige Kennzahlen. Denn es gibt einen ganz entscheidenden Faktor, der in Analysen häufig vernachlässigt wird.

Was Statistiken über Verletzungen verraten

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Unfallzahlen, meldepflichtige Verletzungen und Beinaheunfälle, die häufig nicht einmal bemerkt werden: Was sagen uns Unfallstatistiken wirklich? Geben sie uns einen Hinweis darauf, wie wir Arbeitsunfälle vermeiden können? Dazu haben wir einige interessante Zahlen gefunden und werfen einen genaueren Blick auf arbeitsbedingte Verletzungen. Das Ergebnis ist interessant – bleibt nur noch, die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Was Unfallsstatistiken (nicht) verraten

Zahlen erklären uns mit mathematischer Zuverlässigkeit eine ganze Menge über Arbeitssicherheit und arbeitsbedingte Verletzungen und -unfälle. Ein interessantes Beispiel bieten die folgenden Kennzahlen, die das Thema Fehlzeiten aufgrund von arbeitsbedingten Erkrankungen und Unfällen für Großbritannien in den Jahren 2016 und 2017* zusammenfassen:

  • Berufstätige mit einer arbeitsbedingten Erkrankung: 1,4 Millionen
  • Mesotheliom-bedingte Todesfälle aufgrund von Asbest (2016): 2.595
  • Tödliche Arbeitsunfälle (2017/2018): 144
  • Verletzungen während der Arbeit (laut Labour Force-Umfrage): 555.000
  • Gemeldete Verletzungen von Angestellten (nach RIDDOR): 71.062
  • Verlorene Arbeitstage aufgrund von arbeitsbedingter Erkrankung und Verletzung: 30,7 Millionen
  • Geschätzter finanzieller Schaden durch Verletzungen und Krankheit aufgrund der herrschenden Arbeitsbedingungen (2015/2016): 15 Milliarden Pfund.

Nicht nur, dass diese Zahlen abschrecken. Sie müssen dringend richtig ausgewertet und im Zusammenhang betrachtet werden.

Arbeitssicherheit muss über den Tellerrand hinausblicken

Bei dieser Aufzählung von sicherheitsrelevanten Kennzahlen oben wurde eine sehr umfassende Aufstellung auf ein Minimum reduziert. Dieses sagt aus, wie viel genau passiert, erklärt jedoch keine Zusammenhänge. Dadurch bleiben wichtige Details auf der Strecke, die zum Beispiel folgende Fragen offenlassen:

  • Nach welchen Kriterien werden arbeitsbedingte Verletzungen und Erkrankungen von denen unterschieden, die am oder außerhalb des Arbeitsplatzes passieren, oder auch auf dem Weg dorthin?
  • Wird zwischen arbeitsbedingten Erkrankungen unterschieden, die durch eine dauerhafte Fehlbelastung oder durch einen einmaligen Vorfall ausgelöst wurden?
  • Welche Rolle spielen Verletzungen und Unfälle aufgrund von Ausrutschen, Stolpern und Hinfallen?
  • Was sind die konkreten Gründe dafür, dass jemand hinfällt und sich damit verletzt?
  • Inwiefern lassen sich diese statistischen Unfallursachen ebenfalls unterscheiden, ob diese arbeitsbedingt oder auch außerhalb des Arbeitsplatzes relevant sind?

Eine weitere Schwierigkeit bei der Auswertung von Unfall- und Verletzungsstatistiken ist der konkrete Bezug zur Situation, in der sich ein Mitarbeiter bei der Arbeit verletzt. Was löst einen Sturz und damit den Arbeitsunfall ursprünglich aus? Besonders wichtige Faktoren sind dabei die persönlichen Einflüsse und der emotionale Zustand des Mitarbeiters. Denn dies sind entscheidende Aspekte, warum jemand beispielsweise den Halt verliert. Dementsprechend müssen sie berücksichtigt werden, wenn es darum gehen soll, die Arbeitssicherheit im Unternehmen zu verbessern. Deshalb geht Teil Zwei dieses Beitrags gezielt darauf ein, wie gerade unerwartete Ereignisse dazu beitragen, dass Arbeitsunfälle konkret entstehen – und wie Sie sich trotz allem sicher verhalten können.

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—*Informationen der öffentlichen Hand, Open Government-Lizenz (v3.0).

(Coverbild: © Shinonome Production | stock.adobe.com)

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