Was Statistiken über Verletzungen verschweigen

Verletzungsstatistiken im Kontext: Den entscheidenden Unterschied macht der Faktor Mensch. Wie dieser das Entstehen von Unfällen und Verletzungen beeinflusst – und was es zu tun gilt – zeigt Teil Zwei unseres Doppelbeitrags auf.

Was Statistiken über Verletzungen verschweigen

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In Teil Eins dieses Beitrags ging es um die Frage, was Verletzungsstatistiken tatsächlich aussagen. Das Ergebnis eines genaueren Blicks auf die Daten zeigt, dass selbst entscheidende Punkte schnell unter den Tisch fallen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Bezug zur Arbeitsrealität: Über wen oder was sprechen wir eigentlich bei Arbeitsunfällen, und was löst diese eigentlich aus? Im folgenden Teil Zwei geht es um den Zusammenhang zwischen dem Faktor Mensch, wie dieser das Entstehen von Arbeitsunfällen beeinflusst, und was jeder Einzelne tun kann, um die Sicherheit im Unternehmen zu verbessern.

Der Faktor Mensch in der Arbeitssicherheit

Dass der Bezug zum Menschen auf einer persönlichen Ebene zu kurz kommt, passiert nicht nur bei der Erhebung von Verletzungs- und Unfallstatistiken. Auch klassische Trainingsansätze in der Arbeitssicherheit lassen den Faktor Mensch häufig vollkommen außen vor.

Im aktuellen Beitrag unserer 12-teiligen Artikelserie „Paradigmenwechsel in der Arbeitssicherheit“ geht es um genau dieses Thema. Wenn Sie „Quellen unerwarteter Ereignisse: Fehler oder Entscheidung?“ gelesen haben, werden Sie wissen, dass es bei der Unfalldokumentation um den allerersten Auslöser gehen muss. Denn in der Regel entstehen Verletzungen und Unfälle im Zuge einer „Kettenreaktion“: Etwas Unerwartetes passiert, und je nach Situation kann es zu einem Unfall, einer Verletzung oder auch nur zu einem Beinaheunfall kommen. Die Ursache für einen unerwarteten Fehler lässt sich einer von drei Kategorien zuordnen. Damit werden Fehler ausgelöst von

  • Der (verletzten) Person selbst
  • Einer anderen Person
  • Einer Fehlfunktion einer Maschine oder eines Arbeitsgegenstandes.

Ob nun Kratzer, Prellungen oder Knochenbrüche, arbeitsbedingt oder nicht: Es wiederholt sich das immer gleiche Risikomuster. Bei einem Blick auf all die Verletzungen, die wir im Laufe unseres Lebens hatten, wird klar, dass nahezu alle auf einen unbeabsichtigten Fehler von uns selbst zurückzuführen sind. Das heißt, dass wir selbst die größte Verantwortung für unsere eigene Sicherheit tragen.

Die zentrale Erkenntnis dabei ist, dass dies ein „allgemeingültiges Gesetz“ ist. Das heißt, dass nicht die Tätigkeit selbst den Ausschlag gibt, ob eine arbeitsbedingte Verletzung oder ein Arbeitsunfall passiert. Es geht vielmehr darum, ein Bewusstsein dafür zu schärfen, wie unabdingbar sicherheitsrelevante Fähigkeiten sind. Denn auch bei an sich risikoarmen Aktivitäten kann das Risiko schlagartig steigen, wenn ein alltäglicher Zustand wie etwa Hektik zu einem kritischen Fehler führt.

Wie Sie sich sicher verhalten

Das SafeStart-Programm geht genau darauf ein: Wir statten Sie und Ihre Mitarbeiter mit einem geschärften Sicherheitsbewusstsein und einfach anzuwendenden Methoden aus. Diese Techniken zur Reduzierung kritischer Fehler (Critical Error Reduction Techniques, kurz: CERTs) sind fester Bestandteil des SafeStart-Kernprogramms. Damit erlernen Sie sozusagen die Fähigkeiten, sich jederzeit sicher zu verhalten – zu Hause, unterwegs, aber auch bei der Arbeit.

Um einen Einblick zu gewinnen, wie die Umsetzung des SafeStart-Programms aussehen kann, empfehlen wir unsere Case Studies, die Sie hier kostenfrei herunterladen können.

Kostenfrei: Lesen Sie unsere praktischen Fallstudien

(Coverbild: © Paolese | stock.adobe.com)

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